Seit gestern stecke ich in einer Gaming-Identitätskrise. ^^
Ich war seit jeher immer PCler gewesen. Seit ’89 der 486er DX in mein Leben trat, spielte ich immer begeistert am PC. Sicherlich beneidete ich manche Freunde um ihren NES/SNES, aber ich hatte Civilization, Larry, Monkey Island und später konnte ich alle SNES Spiele eh viel besser emulieren. ^^ Der neuen Generation an Spielern die sich auf der Couch mit dem Gamepad lümmeln konnte ich aber nie etwas abgewinnen. Für mich gehört der Gamer auf einen Bürostuhl, linke Hand auf WASD, rechte Hand an der Maus. Fertig. ^^ Augen geradeaus zum Monitor gerichtet! Auch wenn ich mich am Krieg Konsole vs. PC nie beteiligte, so würde ich doch immer zum PC halten.

So war es zumindest bisher. Gut, so verschieden sind PCler und Konsoleros gar nicht mehr. Auch wir PCler spielen mittlerweile per HDMI im Wohnzimmer am TV. Und auch wir haben meist ein 360 Gamepad for Windows. Dennoch ist es etwas anderes. Ich bevorzugte meist immer den PC, weil man nebenher auch viele andere Dinge machen kann. Während man zockt ist Outlook offen, man kann im VLC Fenstermodus Videos sehen und mal schnell im Browser nach einer Lösung suchen, wenn man festhängt. Zudem konnte man seine Spielstände (bevor es die Cloud gab) selbständig retten und seine Gaming Erfahrung mit Fraps festhalten und bei YouTube hochladen. Zudem noch das Modding von Games. Das macht manchmal mehr Spaß als das eigentlich Spiel.

Aber nun zum Punkt. Ich weiß nicht wieso, aber Freitag abend bestellte ich mir einfach mal eine XBox 360 E (im neuen XBox One Design). Gut, 4 GB ist lächerlich wenig, wenn man bedenkt das wir PCler gar nicht mehr mit GB rechnen, sondern mit TB. Aber ich will ja nur ein wenig reinschnuppern. Dank Amazon Prime war sie gestern schon da und nach der ersten gemeinsamen Nacht muss ich sagen:

Leider geil! Mit bestellt hatte ich Halo Anniversary, also kann ich nur davon reden. Die Grafik geht echt in Ordnung! Klar, man kann es nicht mit dem PC vergleichen, aber es sieht wirklich gut aus! Die Licht- und Schatteneffekte sind wirklich toll und auch der Sound ist gut. Auch wenn der TV natürlich nicht mit den 5.1 Boxen vom PC mithalten kann. Krass ist natürlich diese Treppchenbildung. Selbst ohne Anti-Aliasing sehen PC Spiele nicht so aus. Und ein paar Nachladeruckler merkt man, aber wenn man es mit dem Preis von einem PC vergleicht, kann ich das alles total verzeihen. wenn ich bedenke das damals meine Grafikkarte fast 3x so teuer war wie jetzt die onsole, kommen mir Tränen in die Augen. ^^ Dazu der ganze Ärger beim zusammenschrauben. Mal harmonieren die RAM Riegel nicht mit dem Mainboard, mal liefert das Netzteil zuwenig Saft für die neue Grafikkarte. Und dann die ganzen Softwareprobleme. Da sage ich nur Windows, dass an sich ja schon ein Problem darstellt, die olle Spaßbremse. ^^

Für mich steht fest: Ich werde Ende des Jahres nicht aufrüsten, sondern eine Konsole kaufen. Den PC benutze ich aber weiter für StarCraft, WoW, Guild Wars und Civ 5. Zudem habe ich bei Steam noch eine ganze Menge nachzuholen. Ach ja, da wäre noch was. Mich schreckte immer der Preis von Konsolentiteln ab. Aber wenn man wie ich wenig Zeit hat und Spiele ein paar Monate später kauft, dann sind die eigentlich genauso günstig wie bei Steam. (Außer Aktions-Sales natürlich.)

Ach ja: Gibt es eigentlich eine Tastatur und Maus für die XBox 360? ^^

So, nun habe ich endlich mal ein wenig Zeit, um etwas auf meiner Homepage, oder in meinem Blog zu schreiben. Womit ich auch schon beim ersten Problem bin. Was soll ich überhaupt schreiben?

Um die Jahrtausendwende herum wollte ich unbedingt eine eigene Homepage haben und ich entschied mich natürlich für den Namen Nightred. Ein Name der mich seit 1992 begleitete, eine Zeit in der es „cool“ war, einen Nicknamen am Computer oder in Computerspielen zu verwenden. Auch heute ist dies zum Teil so, auch wenn der Trend im Internet eindeutig zum Echtnamen übergeht.

Womit wir auch schon bei einem weiteren Punkt wären, der mich leicht erregt. 😉 Facebook!
Worin genau besteht momentan überhaupt der Sinn einer privaten Homepage? Niedergeschriebene Gedanken in Form eines Artikels können es nicht sein, da jeder bei Bedarf – und manche verspüren scheinbar diesen Bedarf – seinen gesamten Tagesablauf bei Facebook „posten“ kann. Warum sich mit HTML herumärgern, wenn man eine Facebookseite hat? Auch der Platz für eigene Bilder ist auf einer privaten Homepage kein Kriterium mehr. Es tut nicht Not sich mit SQL Datenbanken herumzuärgern, wenn man 1.000 Bilder bei Facebook problemlos hochladen kann.

Warum also für eine Domain und Webspace zahlen, wenn es das bei FB kostenlos gibt. Aber warum ist es überhaupt kostenlos? Ist FB eine gemeinnützige Einrichtung?

Nein, Facebook ist letzten Endes eine Firma. Aber Facebook hat keine großen Fabriken, oder Maschinen. Einen kleinen Fuhrpark vielleicht und das war es. Sie bieten auch eine Waren oder andere Güter feil. Oder doch? Ja, sie haben Daten. Verdammt viele Daten. Unsere Daten.

Viele fragten mich damals warum ich alle Daten aus meinem Profil löschte. Anfangs hatte ich alles brav ausgefüllt. Es fing so harmlos an: Angefangen beim Geschlecht und dem Alter. Welche Filme und Bücher ich mag. Wo wurde ich geboren? Welche Grundschule besuchte ich? Wo absolvierte ich meine Ausbildung? Wo arbeite ich jetzt? Wer sind meine Kollegen und wer gehört zur Familie. Wie lautet meine Adresse und wie ist meine Telefonnummer? Welcher Religion gehöre ich an und wie ist meine politische Gesinnung? Alles versehen mit einem Profilbild das automatisch öffentlich, auch für nicht Facebook Nutzer sichtbar ist.

Aber zurück zur Frage: Warum löschte ich das? Ich habe etwa über 50 Personen in meiner „Freundesliste“. Das ist im Vergleich zu anderen lächerlich wenig. Aber ich kann zumindest behaupten, fast jede Person aus der Liste zumindest einmal im Leben gesehen zu haben. Das sind Kollegen, echte Freunde und Familienangehörige: DIE WISSEN DOCH ALLES SCHON! Warum soll ich meinen Kollegen mitteilen wo ich arbeite? Ich denke die haben bereits eine leise Vermutung! Meine Freunde wissen ganz genau wo ich wohne und wie meine Telefonnummer ist. Und ich mache auch kein Geheimnis aus meiner Religionszugehörigkeit, oder meiner politischen Weltanschauung. Doch aus welchem Grund sollte ich Facebook diese Daten mitteilen und zur Verfügung stellen? Was geht es Facebook an wo ich wohne? Warum wollen die wissen welche Filme ich mag? Ganz einfach – und deshalb ist Facebook kostenlos – sie gelangen so an ein sehr vollständiges Profil von Peter Bail.

Aus diesem Grund löschte ich meine gesamte Chronik und glaubt mir: Das hat ungelogen stundenlang gedauert! Seit ich 2010 das iPhone bekam explodierte meine Chronik (früher Pinnwand) auf Facebook. Ich postete wenn ich einkaufen war, postete es wenn ich bei Mc Donald’s in der Warteschlange stand, oder mit dem Zug unterwegs war. Ich war auf einer Party? Schnell ein Foto von der Bierflasche und an meine Arbeitskollegen auf Facebook senden! Nun, mag mancher denken: Dann sende so was doch nur an Freunde und erstelle Gruppen bei Facebook. Das ist wieder so eine Sache… Facebook schlägt mir sogar Gruppen vor. Die da heißen: Familie, Freunde, Enge Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen. Mein Cousin weiß wohl, dass wir verwandt sind und meine Chefin weiß, dass sie meine Vorgesetzte ist.

Warum also soll ich wieder so was preisgeben? Ich habe keine Gruppen bei Facebook! Entweder ich stehe zu meinem Müll und poste es allen Leuten, oder niemanden!
Zumal: Meine Freunde wissen meist, wenn ich auf einer Party war, da sie ja meistens selbst da gewesen sind.

Demnach halte ich es bei Facebook nach einem Sprichwort meiner Großmutter: Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts.

Wikipedia: 1854 bat ein Kommilitone den Jurastudenten Karl Victor von Hase in Heidelberg um einen Gefallen: Da jener Kommilitone beim Duell seinen Gegner erschossen hatte, wollte er nun nach Frankreich fliehen. Ihm fehlte jedoch ein Ausweisdokument. Karl Victor von Hase „verlor“ daraufhin seine Studenten-Legitimationskarte, die der Flüchtige „fand“ und nach seinem erfolgreichen Grenzübertritt wiederum „verlor“. Sie wurde abermals gefunden und an das zuständige Universitätsgericht geschickt. Im Zuge der Untersuchung befragte man Karl Victor von Hase und dieser erwiderte: „Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts.“ Die Aussage erlangte rasch Bekanntheit und wurde unter Weglassung des mittleren Teiles zur Redensart.

Hach, war das wieder ein schönes Silvester. Nur ein wenig windig, da brauchte man schon einige Versuche die Knallhörper zu entzünden. Dafür regnete es nicht und es war ausgesprochen mild. Da habe ich schon ganz andere Temperaturen am 01.01. erlebt.

Hallo und willkommen auf Nightred.com!

Diese Webseite existiert seit 2001 und beinhaltete früher Informationen zu meiner Person, Bilder und Videos. Doch durch das Web 2.0 ist es eigentlich gar nicht mehr nötig sich privat mit Bild- und Videobearbeitung zu befassen, oder Programmiersprachen wie HTML zu lernen.

Um trotzdem nicht ganz ohne Webseite dazustehen, entschied ich mich WordPress auf meinem Server zu installieren und von hier aus auf verschiedene Seiten wie mein Facebook-Profil zu verlinken. Dennoch habe ich nicht vor hier ständig irgendetwas sinnloses zu bloggen, denn für so interessant halte ich mein Leben auch nun wieder nicht und von sozialen Netzwerken halte ich eigentlich ebenfalls nicht sehr viel, aber man muss ja mit der Zeit gehen, oder?