Kein anderes Spiel vermochte mich solange zu beschäftigen, wie das gute alte WoW. In den 14 Jahren die ich es spielte, hat sich jedoch mein Leben stark verändert und auch die Art und Weise wie ich WoW spielte und zeitweise fragte ich mich: „Spiele ich es überhaupt richtig? Spiele ich es so, wie es sich der Entwickler gedacht hat?“
Zumindest fragte ich mich das bis gestern, doch dann machte es „Klick“ in einem Kopf und ich bekam eine Erleuchtung:

World of Warcraft Vanilla: Ich war damals gerade mit dem Abitur fertig. Wie vermutlich jeder Spieler damals, dachte ich mir nicht viel beim Spielen. Man fing einfach auf dem Realm an auf dem die Freunde spielten. Erkundete die Welt, machte Quests und schloss sich irgendwann einer Gilde an, die einen coolen Namen hatte und in der auch die Freunde waren. Irgendwann landete man in Dungeons und zwangsläufig auch in Raids und machte Open PvP und Battlegrounds.

Burning Crusade: Was war das für ein Gefühl als alle vor dem Portal standen und versuchten hindurch zu gehen. Klappte nur beim Pre-Patch noch nicht. Erst am Release war es soweit und dieses Add On habe ich gespielt wie kein anderes danach. Das lag leider auch an einer Tumorerkrankung, wegen der ich monatelang in der Uniklinik lag. Und wenn man körperlich dazu in der Lage war und keine Untersuchungen hatte, war das quasi mein Fenster zur Welt. Ich spielte es so intensiv wie auch kein anderes Spiel zuvor. In stieg in der Arena auf und war zeitweilig in einem der besten Teams auf dem Realm. Auch im Raid war ich immer präsent. Ich wechselte von einer Pro Gilde zur nächsten und war auch dort am Ende bei einer der erfolgreichsten auf dem Realm, den ich ebenfalls für diese Gilde wechselte.


Wrath of the Lich King: Ich war aus dem Krankenhaus entlassen worden und begann meine Ausbildung, die ich wegen der Erkrankung vorher verschieben musste. Durch meine Arbeit und die Schule merkte ich schnell, dass ich mein Pensum in WoW nicht mehr lange halten konnte. Ich wurde relativ flott aus der Gilde entfernt mit den Worten, ich sei nicht mehr tragbar, weil ich zulange zum Leveln brauchte und nicht rechtzeitig bereit fürs raiden war. So wie ich von Gilde zu Gilde die „Karriereleiter“ in WoW erklomm, so flog ich sie jetzt Gilde für Gilde wieder runter. Und spielte so für mich dahin und es fühlte sich nicht richtig an. Vor allem war das Gefühl blöd, wenn man stundenlang an einem Bossfight wiped, den man die Woche vorher mit einer anderen Gilde im Vorbeigehen um gekloppt hat.

Cataclysm: Mein persönlicher Tiefpunkt, zumindest in WoW, denn die Ausbildung war zu Ende und ich büffelte wie verrückt. Ich habe zeitweise Monate lang kein PC gespielt, was für mich seit 1989 absolute Premiere war! Es lohnte sich beruflich, aber Todesschwinge habe ich bis heute nicht besiegt. Lediglich das maximale Level und ein paar Random Dungeons schaffte ich.

Mists of Pandaria: Ach was hatte ich nicht alles vor! Frisch durchstarten und wieder raiden gehen. Pustekuchen! Mehr als ein paar lausige Versuche im Mogu’shangewölbe brachten wie nicht zustande und die Motivation war direkt im Keller. Die Wipe Resistenz lässt im Alter nach. Vor allem wenn eine Xbox und eine Playstation in der Nähe sind und man viel lieber Forza Horizon spielen würde. Lediglich das LFR Tool schaffte es, dass ich zumindest Garrosh fallen sah.

Warlords of Draenor: Wie bei Cataclysm habe ich nur das maximale Level erreicht. Ein wenig gequestet, ein paar Dungeons und ansonsten wie bei MoP nur Random Schlachtzüge.

Legion: Same here. Maximales Level erreicht, ein paar Random Dungeons hier, ein paar Random Schlachtzüge dort und das war es auch schon. Argus erlebte ich noch und fand es sehr mühsam sich da durch zu spielen.

Battle for Azeroth: Hier war ich wieder naiv und dachte ich könnte die Welt… also Azeroth im Sturm erobern. Ich heuerte wieder bei einer Raidgilde an und ich levelte durch geschickte Urlaubsplanung in Rekordzeit auf das maximale Level. Questtexte wurden höchstens hastig überflogen und nur gelesen, wenn ich sonst nicht wusste was ich denn jetzt genau um kloppen sollte. Dann ging es ans equippen für den Raid. Der einzige gute Gegenstand, den ich hatte war in der Waffenhand. Und ratet mal welchen Gegenstand ich in Dungeons immer wieder als Zufallsloot bekam. Richtig, ich konnte nachher einen Laden mit Dolchen, Schwertern und Stäben aufmachen. Alles andere bestand noch aus grünen Questbelohungen, Hauptsache ich hatte fünf rare Waffen im Inventar. Dann beim ersten Raid bekam ich dann tatsächlich auch noch eine epische Waffe und hörte wie eine Frau im Discord sagte: „Also ich finde es ja schon ein wenig frech zum Raid mit grünen Items zu kommen.“ Da mein Abo kurz vor dem Ablaufen stand, sah ich diesen Satz als Zeichen und habe bis letztes Wochenende WoW pausiert.

Jetzt steh ich hier und denke: Viel zu viel Text, das wird keine Sau lesen! Daher noch mal die Kurzfassung: Spiele ich WoW überhaupt richtig? Sollte ich wirklich immer krampfhaft versuchen zu raiden? Ist das überhaupt zielführend? Ich spiele gelegentlich Classic WoW und habe dort eine liebe Gilde, mit der ich einmal die Woche den geschmolzenen Kern einen Besuch abstatten darf, brauche ich da überhaupt das Raiden in Shadowlands?

An dieser Stelle machte es bei mir gestern Abend „Klick“: Reicht denn nicht der Raid Finder und das LFR Tool für heroische Instanzen? Ansonsten könnte ich ja questen, die Story erleben und twinken! Ist raiden denn wirklich das zentrale Endgame? Die Kriegskampagne in BfA macht doch momentan auch total Spaß! Natürlich ist es keine Singleplayer Erfahrung wie Skyrim oder Red Dead 2, aber man kann doch auch alleine in WoW Spaß haben, oder? Pokémon Schwert macht mir momentan auch Spaß und weder Grafik noch Story sind irgendwie „besser“ als in WoW.

Fröhliche Weihnacht überall und ein frohes Hochfest des Herrn, wünsche ich euch.

Wie auch letztes Jahr, war es ein wunderschönes Weihnachten im Kreise der Familie gewesen, mit gutem Wein und noch besserem Essen. Ich hoffe ihr alle habt die Feiertage genauso schön erlebt.

Ich sitze gerade im Zug und fahre nun wieder Richtung Bonn und genieße meinen Urlaub weiter. Am 31. geht es dann in Köln weiter und das neue Jahr 2014 wird begrüßt.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch!

Da ist er nun. Der 15. Oktober 2013, mein 30. Geburtstag. Wobei ich diese Zeilen einen Tag vorher schreibe, da ich Morgen freilich keine Zeit dazu haben werde. Dennoch ist es an der Zeit ein Resümee zu ziehen. Allerdings nur ein kleines, denn ich bin zurzeit nicht bei bester Laune. Der Grund ist mein rechtes Auge, dass seit Wochen stark schmerzt und entweder extrem unscharf oder absolut gar nichts mehr erkennen kann. Ihr könnt euch vorstellen wie schwer nahezu alles im Leben dadurch wird. Egal, ob beim einkaufen, im Haushalt, im Straßenverkehr, im Büro, beim Computer spielen, beim kochen… nahezu alles erfordert volle Sehkraft und die habe ich momentan nicht. Zumal mein linkes Auge langsam auch anfängt weh zu tun. Aber warum ist das so?

Die Antwort liegt wie immer in der Graft versus Host Disease. Die fremden Stammzellen – dank denen ich noch lebe – laufen Amok und nach dem Schleimhäute, Lunge und Leber angegriffen wurden, sind nun die Tränendrüsen und die Augenhornhaut dran.  So entstand vor etwa zwei Monaten eine Hornhautersosio bei mir. Nach unzähligen Salben und Tropfen (Floxal, Atropin, Isopto-Max) und Tabletten wie Cortison und Certican, um nur ein paar wenige davon zu nennen, entschied man sich ein Amnio-Membran-Transplantat auf das rechte Auge anzubringen. Da die ambulante OP missglückte, legte man das Amnio-Membran in eine Illig-Schale, die leider zwei Tage später rausfiel. Heute bekam ich deswegen wieder eine Verbandskontaktlinse und werde Donnertag ein neues Amnio-Membran mit Illig-Schale bekommen. Diesmal etwas kleiner und hoffentlich weniger störend. Denn auch wenn ich das Auge komplett geschlossen halte, bin ich kein Chamäleon und meine Augen bewegen sich nun einmal gleichzeitig. Und dann merkt man wie die Illig-Schale zwischen Lid und Augapfel reibt und das ist echt nicht angenehm! Und komplett verbinden kann man es nicht, denn wie eingangs erwähnt, sind die Tränendrüsen zu und ich muss im 10-Minutentakt Artelac und Hylo-Parin nachtropfen.

An dieser Stelle sollte eigentlich nun mein Resümee folgen, aber ihr könnt euch denken, dass mir das Schreiben sehr schwerfällt und ich mich jetzt gerne wieder hinlegen würde. (Rechtschreibefehler entferne ich irgendwann später.) Nur eins noch: Ich bin verdammt froh die Stammzellen zu haben! Einige Bekanntschaften aus der Uni-Klinik schafften es nicht. Entweder verstarben sie bei der Chemotherapie, oder die Spenderzellen haben sie getötet. Ich lebe und werde heute (für mich morgen) 30 Jahre alt und dafür sollte man verdammt dankbar sein. Ich habe meine Familie, meine Freunde, meinen Job und meine Hobby‘s, aber trotzdem regt es mich auf, dass mein Körper mir immer und immer wieder ein Bein zu stellen versucht. Egal, ob während der Ausbildung oder jetzt im Alltag. Immer wenn ich denke es geht etwas besser, bekomme ich einen Tritt in die Familienjuwelen und das macht mich zeitweise rasend vor Wut!

Die nächsten 30 Jahre müssen besser werden. Und das müssen sie in der Tat, denn weglaufen oder aufgeben war für mich noch nie eine Option gewesen.